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Wie kann ich mich schützen?

 

ein "Ganzkörper-Kondom" ist nicht vonnöten - aber "Schlupflöcher" wie kurze Hosen,     blanke Waden sollte man in Zeckengebieten tunlichst vermeiden. Die Socken sollten über   das Hosenbein gezogen werden. Es gibt auch eine Schutzkleidung für "Outdoors"      (Adresse: www.willax.de), wie auch Zeckenschutz-Mittel (Autan u.a.), deren Schutz-Dauer aber begrenzt ist.

  • Gemäß biologischer Systematik gehört die Zecke zur Klasse der Spinnentiere  (8 Beine)      und zur Ordnung der blutsaugenden Schmarotzer-Milben. 

                                                                                                                                    
  • Borrelien sind Bakterien und gehören zur Familie der Spirochäten (wie die Erreger der Syphilis), die sich selbständig fortbewegen können.
                             
  • Die weibliche Zecke wird durch eine Blutmahlzeit bei einem Wirt, der diese Borrelien in sich trägt, Zwischenwirt und gibt die Borrelien während ihrer blutsaugenden Tätigkeit an den Menschen weiter.  Sie versuchen, sich in ihrem neuen "Wirt" einzunisten. Aus Selbstschutz (bei Angriff durch das Immunsystem/Medikamente) können sie auch ihre Gestalt ändern,    was ihr Bekämpfen so schwierig macht.                                                                                     

Beim Laufen sollte man tunlichst die Berührung mit dem Bewuchs am Wegesrand meiden, denn dort lauert die Zecke (bis 1,50m Höhe). Sie fällt nicht vom Baum.

 

Eine Zecke sticht und beißt nicht. Sie verfügt über einen raffinierten Stechapparat, der      beim Stechvorgang örtlich betäubt, weshalb man den Stich in der Regel nicht spürt.   Ungestört dauert  die Blutmahlzeit 12 bis 24 Stunden. Da die Krankheitserreger =  Borre-   lien sich im Darm der Zecke aufhalten, dauert es eine ganze Weile bis die Erreger über den "Speichel" der Zecke in den neuen  Wirt = Mensch eindringen. Dort beginnt der Kampf mit   der körpereigenen Abwehr des Menschen. Ist die Infektion "erfolgreich" KANN sie sich in  einer Wanderröte = "Erythem"  zeigen.

 

Die Wanderröte ist sichtbarer Ausdruck erfolgter Infektion!  

Merke: ich kann mich aber auch OHNE Anzeichen einer Wanderröte infiziert haben! 

 

Das Männchen spielt in diesem Infektions-Geschehen keine Rolle. Sein Daseinszweck dient ausschließlich der Befruchtung des Weibchens, das danach ca. 2000 Eier ablegt. Das Männchen geht anschließend zugrunde.                                                                                                                                                      Aus dem Ei entwickelt sich die Larve, die zur Entwicklung zur = "Nymphe" eine Blutmahlzeit benötigt. Auch die Nymphe benötigt zu ihrer weiteren Entwicklung zur adulten (=erwachsenen) Zecke eine Blutmahlzeit. Über diese Blutmahlzeiten können bereits die Larven und / oder die Nymphen Borrelienträger werden und die Borrelien weitergeben.
Eine Infektion kann deshalb auch in diesen Entwicklungsstadien erfolgen. Das Unentdeckt-Bleiben der Infektion ist hier am wahrscheinlichsten, denn die Tiere sind in diesen Entwicklungsstadien mit bloßem Auge - auch in vollgesogenem Zustand - nur schwer zu erkennen.


Die Unsicherheiten in Sachen Borreliose beginnen also schon in der Diagnostik der    Infektion: liegt überhaupt eine vor? - und setzen sich in den verschieden ausgeprägten Symptomen und dem Streit der Ärzte über die "richtige" Behandlungsmethode fort.   

Wer/was gibt dem Betroffenen in dieser Situation Orientierung????   

                                                            

Was heißt das nun für uns nach einer Wanderung, nach getaner Gartenarbeit:                 wir sollten uns genau begucken/absuchen (lassen), ob in den "Gefahrenstellen" =  versteckte, feuchte Stellen: Haaransatz, hinter dem Ohr, die Leiste, der Schambereich,         die Kniekehle, die Achselhöhlen und Ellenbeugen befallen sind. Aber auch die glatte Haut-Oberfläche: Wade, Oberschenkel, Rücken etc. sind abzusuchen.

 

Die bei der Gartenarbeit/Wanderung getragene Wäsche sollte nicht im Schlafzimmer  deponiert werden, da auch nach der Rückkehr nach Hause die Wäsche noch "leben"         kann. Die Zecke übersteht "Durst"-, Hitze- und auch Tiefkühlstrecken.

 

Auch Hund und Katze können befallen sein, wenn sie denn Außenkontakte (z. Bsp. Garten) haben. Von ihnen können auch Larven/Nymphen/adulte Zecken aus dem Fell auf den Menschen übergehen. Das Tier mit "Außen-Kontakt" gehört nicht ins Bett.

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Was mache ich nun, wenn mich eine Zecke erwischt hat?

erst einmal die Ruhe bewahren, denn nicht jede Zecke ist infiziert (in Brandenburg             sind z. Zt. allerdings regional bis zu 45 % der Zecken-Population mit Borrelien befallen).      

Im 2. Schritt sollte ich ganz schnell "Omas" "Hausmittel" vergessen, wie z. Bsp. Öl, Nagellackentferner oder Sonstiges auf die Zecke zu träufeln, denn damit rufe ich genau     DAS hervor, was es zu vermeiden gilt: die Zecke erbricht sich und würgt, wenn sie infiziert    ist, die Borrelien in die Wunde.

 

Zum Entfernen der Zecke verwende ich eine "Zecken-Karte" oder auch eine Zecken- Pinzette (in Apotheken erhältlich) und setze unterhalb des Kopfes zum Entfernen des      Tieres an. 

 

Bitte unterhalb des Kopfes ansetzen - NICHT den Körper aus vorgenannten Gründen 

quetschen. Sollte beim Entfernen der Stechapparat in der Wunde verbleiben, dann eitert er aus der Wunde heraus - selten ist eine chirurgische Maßnahme vonnöten. Wenn ich mir das alles nicht zutraue, suche ich eine 1. Hilfe-Stelle auf, die die Zecke entfernt. Die entfernte Zecke sollte auf Borrelienbefall untersucht werden.

 

Die Einstich-Stelle ist auf das Sich-Entwickeln einer evtl.  Wanderröte zu beobachten und  dem Arzt vorzustellen, der entscheidet, ob prophylaktisch eine Antibiose geboten ist.    Welche Möglichkeiten der Therapie es da gibt, bitte ich unter der Seite "Links" nachzulesen. Die Fülle des Materials sprengt hier den Rahmen der Kurz-Info.

 

Aufgrund der oben erwähnten "Unsicherheiten" in Diagnostik und Therapie ist das     kritische Mitdenken des Betroffenen, die Verantwortungsübernahme für Sich selbst, unerlässlich.

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Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Zecke auch eine Virus-Erkrankung =   die FSME (Meningitis) übertragen kann. Dagegen kann man sich in den befallenen Gebie-   ten mit einer Impfung schützen. Die FSME kommt hier praktisch nicht vor - anders sieht es     in den südlichen Bundesländern und in Österreich aus. Vor einer Reise dorthin sollte man   seinen Arzt nach einer Impfempfehlung befragen.

 

 

 

 

 Weibl. Zecke nach Blutmahlzeit